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In das frühere Salzbergwerk Asse II im Kreis Wolfenbüttel wurden offiziell zu Versuchszwecken von 1967 bis 1978 rund 125 000 Fässer mit schwach und weitere 1300 Fässer mit mittelradioaktivem Müll gebracht. Es handelt sich vor allem um Abfälle aus Kernforschungszentren, Krankenhäusern und Laboren. Auch sieben Kilogramm hochgiftiges Plutonium lagern in der Asse.
Im August 2008 wurde bekannt, dass auch Brennelemente aus einem Forschungsreaktor in das Bergwerk transportiert wurden. Faktisch war Asse II weltweit das erste unterirdische Atommüll-Endlager.
Bei der Einlagerung kippten Schaufellader die Tonnen teilweise über die Abhänge in tiefere Kammern. Mehrere Fässer seien dabei geplatzt. Spätestens seit 1988 dringt Lauge aus unbekannter Quelle in das Bergwerk. Sie ist radioaktiv belastet und wurde über Jahre in anderen niedersächsischen Bergwerken verklappt. In tiefere Regionen einsickernde Salzlauge ist stärker kontaminiert. Die Grenzwerte wurden teilweise um das Acht- bis Elffache überschritten.
Umstritten sind die Schließungspläne des bisherigen Betreibers. Danach sollen die Hohlräume mit einer Magnesiumchlorid-Lösung geflutet werden. Kritiker befürchten für diesen Fall eine noch größere Gefahr für Menschen und Umwelt.
Im September 2008 hat das niedersächsische Umweltministerium dem Landesbergamt die Aufsicht für die Asse entzogen. Gleichzeitig wurde ein Betreiberwechsel vom Helmholtz Zentrum München zum Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) angekündigt.
(ddp)
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