Immer mehr Verbraucher interessieren sich für "grünen" Strom. Doch seit dem verheerenden Unfall in Japan scheinen noch mehr Menschen vom Atomstrom wegzuwollen als je zuvor. Wir erklären, was jeder für ein grünes Gewissen bei der Stromzufuhr tun kann.
Zwar ist nach wie vor Kohlekraft rein zahlenmäßig Deutschlands Energielieferant Nummer eins, doch der Atomstrom, sprich, die Kernenergie, folgt direkt danach. Sie ist in nahezu jedem Strommix jedes Anbieters enthalten, sofern sich dieser nicht ausdrücklich als Ökostromanbieter ausweist. Wer also weg will vom Atomstrom, sollte sich um einen Stromanbieterwechsel hin zu Ökostrom bemühen.
Wer ein ganz reines Umweltgewissen haben möchte, sollte bei der Wahl des Ökostromtarifs darauf achten, dass der Wunschtarif nach Möglichkeit eines oder mehrere Prüfsiegel erhalten hat (etwa das ok-power-Label oder das Grüner-Strom-Label). Sie garantieren, dass auch in erneuerbare Energien investiert wird – denn es ist nicht überall Ökostrom drin, wo Ökostrom draufsteht. Zu beachten ist, dass auch der Begriff Ökostrom selbst nicht geschützt ist. Wer grünen Strom bezieht, greift übrigens nicht zwangsläufig tiefer in die Tasche; auch zertifizierte Ökostromtarife müssen nicht teurer sein als der "normale" Strommix mit Atomstrom.
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Gerade wenn man einen (vergleichsweise teuren) Tarif beim örtlichen Grundversorger hat, kann man mit dem Wechsel zum grünen Strom vielfach nicht nur das Gewissen erleichtern, sondern sogar die monatlichen Zahlungen herunterschrauben. Eine durchschnittliche Familie kann mit dem Wechsel vom Grundversorger zum Ökostromanbieter einen dreistelligen Eurobetrag im Jahr sparen.
Immer mehr Verbraucher wollen weg vom Atomstrom und setzen auf Ökostrom als Alternative
(Foto / Abb.: Simon Kraus / Fotolia.com)
Um das gute Umweltgewissen zu komplettieren, lohnt es sich darüber hinaus, den Stromverbrauch generell zu minimieren - nicht verbrauchter Strom ist fraglos noch empfehlenswerter als Ökostrom, argumentieren Klimaschützer nicht zu Unrecht. Strom sparen ist also nicht nur in finanziell klammen Zeiten angesagt, sondern auch und gerade aus ökologischen Erwägungen.
Übrigens: Atomstrom ist keineswegs so billig, wie es die Konzerne selbst gerne vorrechnen. Der vermeintlich niedrige Preis pro Kilowattstunde hat vor allem zwei Gründe: Zum einen wurde die Atomwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten mit Milliardensummen subventioniert - der Staat springt sogar bei den Kosten für die Endlagerung ein -, zum anderen sind AKW-Betreiber gegen einen schweren Atomunfall nicht vollständig versichert. Würde man diese Kosten einrechnen, müsste die Kilowattstunde Atomstrom über zwei Euro kosten.
Gütesiegel für Ökostrom
Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wie man einen Tarif mit echtem Umweltnutzen findet bzw. auf welche Gütesiegel man achten sollte, lesen Sie hier.
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